Obwohl ich noch gar nicht wusste ob ich überhaupt schon wieder für einen neuen Hundegefährten bereit bin fegte ein kleines weißes Wollknäuel in mein Leben und direkt in mein Herz. Erwehren war zwecklos beim Blick in diese großen dunklen Augen

 Willkommen kleine Shari

Als mickriges, verflohtes und total verwurmtes weißes 4 kg Hundebaby kam also die kleine Ostfriesin Shari am 28. Juli 2009 im Alter von 10,5 Wochen zu uns, in einer Zeit, die mir mit die schwerste in meinem Leben gewesen ist. Anfangs befürchtete ich auch, dass ich die kleine Maus noch gar nicht lieben könnte wie sie es verdient.
Ihre Fröhlichkeit und Unbekümmertheit steckte mich an und ich habe nach langer Zeit mal wieder von Herzen lachen können.
Der Abschied von meiner über alles geliebten Laiki bestimmte aber noch immer mein Leben.
Meine kleine heile Welt stand nachwievor still, aber sie begann sich wieder ganz langsam zu drehen.


Mein kleines (B)Engelchen Shari mit 11 Wochen

Meine Laiki wird für immer in meinem Herzen bleibt, auf ihrem Platz hat nun ein weißes (B)Engelchen Einzug gehalten, das mir mit Sicherheit von Laiki geschickt wurde, um mich etwas zu trösten und abzulenken. Zumindest hatte Laiki ihre dicken Pfötchen im Spiel und schaut uns nun von ihrem Hundehimmelsplatz verschmitzt zu. Vielleicht etwas vermenschlicht gesehen, aber ich muss zugeben, mir gefällt der Gedanke, also warum nicht!

Alle Trauer bringt mir meine Laiki leider nicht wieder und ich versuche nun nach vorne zu schauen. Mehr oder weniger erfolgreich.
Sicherlich ist es nicht für jeden verständlich, dass ich so schnell wieder einen neuen Hund um mich hatte.
Die Zeit ohne Hund war eine Katastrophe und ich habe es nur knapp zwei Wochen ohne Hund ausgehalten.
Es ist mit Sicherheit keine Zeichen dafür, dass ich nicht mehr um meine Laiki getrauert habe, das tue ich heute noch und knabber nachwievor an Laikis Tod.

Mir fehlte einfach eine kalte Hundenase und wie seit 16 Jahren gewohnt der liebe Hundegefährte an meiner Seite. Mein Katerchen Lucky hat versucht mich bestmöglich zu trösten, aber einen Hund kann das Kerlchen ja nun nicht ersetzen.
Wie hat der berühmte Heinz Rühmann mal so schön gesagt „Man kann ohne Hund leben, aber es lohnt sich nicht“. DEM kann ich nur aus ganzem Herzen zustimmen und habe mich daher schon so früh auf einen neuen Hund eingelassen.

Bewusst habe ich mich für einen Welpen entschieden, mir aber mit Shari doch eine kleine Herausforderung „angelacht“. Auch Lucky wollte die Kleine anfangs sicher lieber wieder umtauschen und konnte sich so gar nicht mit diesem quirligen piranha-artigen Wesen anfreunden.

 Bürohund Shari mit 11 Wochen

Mit einer Golden-Retriever-Mama und einem langhaarigen weißen Schäferhund als Papa versprach sie zwar eine interessante aber auch anspruchsvolle „Kreation“ zu sein. Mit Sicherheit hat Shari ihre sensible Phase bis zur Abgabe ohne jegliche Reize oder Umwelt-Erfahrungen im dunklen Zwinger verbracht, zuletzt auch ohne ihre Mutter, aber mit ihren 8 Geschwistern.

Sie ist nachwievor recht vorsichtig aber trotzdem neugierig und aufgeschlossen. Es liegt also viele Arbeit vor mir aus meiner Kleinen eine gesellschaftsfähige selbstsichere Hündin zu machen. Wir arbeiten auf jeden Fall daran und haben auch unseren Spaß dabei.

 Flummihund Shari im Alter von 4 Monaten

Mit Hundespielstunde in der Hundeschule, Treffen mit anderen Hundefreunden, Zoobesuche, Stadtbummel usw. bin ich seit Sharis Ankunft richtig gut beschäftigt um ihr möglichst optimale altersangepasste Umwelt-Erfahrungen zu ermöglichen.

So wie meine Laiki ist nun auch Shari fast immer an meiner Seite und hat sich mit ihren nun schon 8 Monaten zu einer angenehmen ruhigen Weggefährtin entwickelt, die schon Büroalltag, Hotelbesuche, Seminare, Stadtbummel und auch unseren ersten Urlaub prima gemeistert  hat. Für ihr Alter und die Herkunft nicht unbedingt selbstverständlich.

 Erstes Kuscheln von Shari und Lucky

Lucky gefällt seine Hausgenossin inzwischen. Kuscheln, Köpfchengeben und Spielaufforderungen zwischen ihm und Shari sind heute eine Selbstverständlichkeit von ihm. Sein Vertrauen zu Shari ist größer als umgekehrt. Aber Lucky wurde ja von Laiki großgezogen und kennt die Hundesprache genau. Shari muss dagegen die Katzensprache erst lernen, aber sie ist sehr begeistert bei der Sache, zumal ich zwecks Unterstützung der Sozialkontakte auch schon mal etwas unkonventionell nachhelfe.
Wenn Katzi mal wieder „schmachtend“ vor Hund sitzt und Shari nicht versteht was er möchte hilft ein wenig Leberwurst auf dem Katzennacken und schon knetet eine Hundezunge über Kopf und Nacken von Lucky, der dann genussvoll schnurrend die Augen schließt und genießt. Ein absolut süßes friedliches Bild und fast schon Ritual. Irgendwann geht es bestimmt auch ohne Hilfe. *Lach*

Mal sehen was aus meinem kleinen weißen Bengelchen wird. Auf jeden Fall ist Shari eine ganz Süße und ich bin froh sie an meinem Leben willkommen geheißen zu haben.

 Schneehund Shari 7 Monate alt -noch wissen die Ohren nicht ob sie stehen oder hängen möchten-

Shari gibt mir hin und wieder auch zu verstehen, dass sie evtl. auch irgendwann mal ein Traumhund werden möchte.
Solange Freundin Tiffy oder Nachbarin Blanca unseren Spaziergang begleiten ist diese Absicht allerdings (wieder kurzfristig) vergessen.

 Sharis Freundinnen Tiffy und Blanca

All diejenigen, die Shari nur als schlafend kennen, würden sich wundern, welch Temperament in dieser quirligen schlacksigen niedlichen Hündin steckt. Rennen und Spielen ist Sharis Leben. Irgendwann muss aber auch mal Energie getankt werden.

                    

Inzwischen ist aus meiner kleinen Shari eine große hübsche fröhliche Hündin geworden. Nach anderthalb Jahren und zwei erfolgreich überstandenen Läufigkeiten gibt es viel zu erzählen. 

 

Ach ja, die lieben Läufigkeiten

Läufigkeiten haben ja immer so was negativ anhaftendes.
Aber wie in meinem Seminar über „Pubertät bei Hunden“ von dem Referenten Dr. Gansloßer vorhergesagt, zeigte meine ehemals unsichere teils auch ängstliche Shari in und seit ihrer ersten Läufigkeit eine vermehrte Selbstsicherheit gegenüber Fremdem. Egal ob Menschen oder Gegenständen, denen sie vorher lieber aus dem Weg gegangen ist.
Heute geht sie an meiner Seite relativ locker drauf zu oder einfach vorbei.

Ich fand diese Wandlung meines Süßen auch für sie total klasse und war dann schon gespannt was uns die zweite Läufigkeit bringt.
Hm, was soll ich sagen, es ging nicht so weiter mit den positiven Veränderungen.
Denn ca. zwei Monate vor der Läufigkeit stellte Shari das Fressen ein, selbst ihres sonst über alles geliebten Fleisch/Gemüse-Futters. Dosenfutter und Schinken war auf einmal angesagt. Wenn auch widerwillig, aber um dem Hund überhaupt was Fressbares unterzujubeln musste ich mich drauf einlassen.
Da Shari ja eh schon eine temperamentvolle, vielleicht auch daher schlanke Hündin war wollte ich es nicht riskieren sie einfach hungern zu lassen.
Bei einem weiteren Futterangebot von gefrorenem Fleisch zeigte Shari dann aber doch ihre „wilde“ Seite. Dieses wurde durch die Luft geworfen, tot gespielt, platt gewälzt und dann genüsslich im Garten weich und warm gekaut. Na zum Glück fraß dieser Hund wieder mit Freude, wenn auch das gefrorene Fleisch kein Dauerzustand ist. Aber diese Marotte legte sich nach der Läufigkeit und dem Besuch eines Urlaubshundes wieder.

Übrigens, bevor ich es vergesse und wieder diese oft nervenden Nachfragen kommen:
NEIN, Shari wird nicht kastriert, solange ihre Läufigkeiten so gesundheitlich unproblematisch verlaufen! Es sei denn, medizinische Gründen machen dies irgendwann einmal nötig.
Weitere Ausführungen von Tierschützern spare ich mir aber, Diskussionen gibt es schon zur Genüge, an denen ich keine Lust mehr habe  mich zu beteiligen.

Die dritte Läufigkeit verlief eigentlich unproblematisch, bis auf den kurz davor extrem aufgetretenen Jagdtrieb Anfang Februar 2011. Ob da ein Zusammenhang zwischen Jagdtrieb und den Hormonen muss ich noch klären, scheint aber so. Denn bis dahin ließ sich Shari (unter Zeugen) von Hasen oder Rehen sofort abrufen, bzw. lief erst gar nicht hinterher, obwohl sie diese gesehen hat.

Naja, nun ist erstmal 20m-Schleppleine angesagt und wir arbeiten daran, dass sie hoffentlich bald wieder wie gewohnt Freilauf genießen kann. Solange aber zur Zeit die Jungtiere in ihrem Wohnzimmer unterwegs sind, muss sie an der Leine bleiben.
Das tut mir zwar einerseits leid, aber andererseits möchte ich nicht den Tod eines Wildtieres, meiner Shari oder gar einen Wild-Autounfall verantworten müssen.
Auch unsere Wildtiere haben ein Recht auf Ruhe und Unversehrtheit, wohl wissend, dass dies einige Hundehalter anders sehen. Aber egal, ich verhalte mich in Feld, Wald und Wiesen so, wie ich es für richtig halte und kann mit den momentanen Leinenwanderungen gut leben.
Zugegeben, das war zu Anfang nicht so, ich habe geschäumt vor Wut, als Shari im Februar erstmalig mit Gebell einem Reh hinterher gelaufen ist. Nun galt es ihr diese selbstbelohnende Erfahrung nicht mehr zu ermöglichen, und das geht halt nun mittels Schleppleine.
Unsere riesige Wiese lädt außerdem auch zu ausgiebigen Spielen mit mir oder Artgenossen ein, an Bewegungsmangel mangels Freilauf leidet Shari deswegen bestimmt nicht.

Auszeit in Cux-Land

Im April haben sich Shari und ich eine kleine Auszeit genommen und vier Tage in Cuxhaven-Duhnen verbracht. Tolles Wetter und herrliche Strandspaziergänge im Freilauf von morgens bis abends haben uns beide dann am Tagesende todmüde ins Bett fallen lassen.
Inzwischen war die Läufigkeit schon eine Weile her und der Jagdtrieb ebbte wieder etwas ab, zumindest Vögel und Kaninchen wurde ignoriert, so dass sie meist ohne Leine laufen konnte und sehr gut gehorchte. Superklasse, ich war happy, wenigstens schon mal erster  Erfolg mit dem bis dahin erfolgten intensiven Training an der Schleppleine.

Sogar ihre erste Schifffahrt nach  Helgoland hat Shari ohne Übelkeit gut überstanden. Dort angekommen haben wir die Insel unsicher gemacht und die Vogelkolonien nahe der Langen Anna beobachtet. Eine wunderschöne Insel, auf der wir bestimmt auch mal ein paar Tage verbringen werden.

 

 

Seit März 2010 ist Shari ja auch ein „Cache-Suchund in Ausbildung“ und so mussten wir natürlich auch die ganzen Geocaches auf der Insel und um Duhnen ausfindig machen. Erfolgreich natürlich. Wer wissen möchte was das ist kann sich auf www.geocaching.com schlau machen. VORSICHT - Ein spannendes Hobby, das süchtig macht *lach*


Apropos Urlaubshunde

Shari, Lucky und ich nehmen Betreuungshunde, die bei uns wie eigene Hunde in die Familie integriert mitlaufen. Aber: katzenfreundlich müssen sie sein, denn Kater Lucky ist der tierische Chef in unserem Haus. Es ist schon niedlich zu beobachten, wie der kleine schwarze Kerl mitten im Eingang sitzt und keiner von vier großen Hunden sich an ihm vorbeitraut. Da kann man mal sehen, dass Respekt und Ehrerbietung nichts mit eigener Körpergröße zu tun hat.

 


Diesjähriger Urlaub zu Hause

Unseren Jahresurlaub haben Shari und ich diesmal Anfang bis Mitte Juni zu Hause verbracht mit teils 2-3 Urlaubsfreunden und langen Spaziergängen. Ein Höhepunkt waren allerdings jeden Tag die Spielstunden auf unserer großen eingezäunten Wiese in der Nähe unseres Zuhauses.

 

Knapp 1000 qm² warteten auf die Vierbeiner, die sich dort mehrmals täglich nach Herzenslust austoben konnten. Das wurde dann auch ausgiebig genutzt und gespielt bis ins „Koma“ – (könnte man auch „Komaspielen“ nennen). Im Haus hat man die vier Rabauken dann nicht mehr gesehen. Jeder lag in einer Ecke oder auf der Terrasse und schlief. Teils wurde auch zu zweit im Körbchen gekuschelt, wie man auf dem Foto von Shari und Lotta sehr niedlich erkennen kann.


Wenn ich diese Wiese nicht hätte, wären 4 Hunde, wenn auch nur vorübergehend natürlich gar nicht möglich. Aber so viele nehme ich normalerweise auch sowieso nicht!
Es ergab sich halt mit kleinen Überschneidungen, dass meine Shari, Janosch (ein 4-jähriger mittelgroßer pudelähnlicher Mischlingsrüde), Lotta (eine zweijährige Goldiemixhündin) und Paula (eine einjährige Goldiehündin) viele Stunden mit Sozial-, Solitärspielen und auch Spielen mit mir verbrachten. Es war eine wunderschöne, wenn auch anstrengende Zeit .

Nach und nach wurde alle Freunde von Shari wieder abgeholt, nur die quirlige Paula ist noch bis August an drei Tagen die Woche bei uns und genießt viele Spielstunden mit Shari. Irgendwann werden all unsere kleinen Prinzessinnen (Einzelhunde zuhause) wieder ihre Menschen für sich alleine haben und von einem schönen Spielurlaub bei uns träumen.

Niemals hätte ich vor einem Jahr geglaubt, dass meine kleine ehemals recht eifersüchtige Shari zu sooviel Toleranz im eigenen Zuhause und mit all ihren Resourcen bereit ist. So hat ihr der Umgang mit den anderen Hunden auch eine große Leistung abverlangt, für die ich meiner Süßen sehr dankbar bin. Denn wenn sie keine anderen Hunde bei uns dulden würde wäre unser Leben auch um viele schöne interessante lustige Erfahrungen der letzten Wochen ärmer.

Sharis 2. Geburtstag

 

Maya - DAS Urlaubs-Highlight Juni 2011

Aber ein ganz besonderes Urlaubs-Highlight bot sich uns in der letzten Urlaubswoche. 

Da erreichte mich die Mail einer netten Hundehalterin, die von Marion, einer Hunde-Freundin von uns im Erholungspark Kräwinkel an der Wuppertalsperre angesprochen wurde, weil ihr Hund Maya meiner Shari zum Verwechseln ähnlich sah.

Jaaaaaaaaaaaaaaa, meine Shari ist auch am 22.05.2009 in Moormerland/Ostfriesland geboren und somit eine Schwester von Maya. Ich konnte es nicht glauben und wir haben ganz aufgeregt erstmal Fotos hin und her geschickt. Also, was soll ich sagen, unsere beiden kleinen Ostfriesinnen konnten nicht leugnen, dass sie Schwestern sind.
Für Sonntag, den 19.06.2011 haben wir dann kurzfristig ein Schwesterntreffen organisiert und waren tierisch neugierig, ob sich die zwei wieder erkennen, schließlich haben sie sich seit Ende Juli 2009 nicht mehr gesehen, als ich Shari abgeholt habe.

Eigentlich sind beide Hündinnen beim ersten Kontakt mit fremden Hunden erst mal vorsichtig, was ja auch nicht verkehrt ist.
Aber als Maya aus dem Auto gelassen wurde: Unglaublich,  die beiden Mädels stürmten aufeinander zu und haben gejodelt vor Freude. Sie spielten und rannten so vertraut, als wenn sie sich jeden Tag sehen würden. Auf unserer Wiese ging es dann richtig rund.

Zwei glückliche Schwestern.

Dirk, Susanne und ich sind fest davon überzeugt, DASS sich Shari und Maya sofort wieder erkannt haben.

Ab jetzt haben wir uns vorgenommen regelmäßig für Kontakte zwischen unseren Mäusen zu sorgen, den nicht nur die Hunde haben sich supergut verstanden, auch wir Menschen haben die gleiche Wellenlänge. Für uns sind unsere Tiere Lebensmittelpunkt, Lebensgefährten und Familienmitglieder, nicht nur Tiere neben uns.

 

                

Wir beide haben uns schon gefunden!
Nun suchen wir gemeinsam unsere anderen Geschwisterchen.

Also, wenn Sie/Ihr Hunde kennt die uns ähnlich sehen und auch am 22.05.2009 in Moormerland/Ostfriesland als Golden Retriever/Weißer Schäferhund-Mischlinge geboren sind dann könnten das ja Geschwisterchen von uns sein.

Wir und unsere Menschen würden uns riesig über Kontaktaufnahme mit Foto des Vierbeiners freuen. Aber bitte keine Fotos von definitiv älteren oder jüngeren Kumpels schicken.

Vielleicht haben ja doch noch weitere von uns damals mickrigen scheuen schlecht gepflegten Fellnasen diese Aufzucht überlebt und sind heute auch glückliche Hunde mit geliebten Menschen wie wir zwei.

 

Hoffnungsvolle Wedler

Eure Shari & Maya

TierTime